Feines
Reiten

In unserer leistungsorientierten und hektischen Zeit ist es manchmal schwer, gelassen zu bleiben und eher intuitiv statt kopfgesteuert an die zu bewältigenden Aufgaben und Ziele heranzugehen. Feines Reiten mit Gelassenheit hat bei uns einen entscheidenden Beitrag zu einem erfüllten Leben geleistet. Wir möchten Mut machen, egal auf welchem Niveau Sie reiten: Man kann weit kommen, wenn man immer in kleinen Schritten authentisch und intuitiv entscheidet, was einem selbst und dem Pferd guttut.
 

… auf motivierten Pferden

Unter „feinem Reiten“ mag jeder etwas anderes verstehen. Wir meinen vor allem das Reiten mit feinen Hilfen auf Pferden, die so durchlässig und motiviert sind, dass minimaler Einsatz von Hilfen zur gewünschten Reaktion des Pferdes führt. Man könnte auch sagen: harmonisches Reiten mit wenig Aufwand und nahezu unsichtbarer Einwirkung.

Horsemanship

… ist ein uralter Begriff, aber im Zusammenhang mit unserem Thema so aktuell wie nie zuvor. Eine Grundlage für das Geritten werden ohne Mühe ist, dass wir mit unseren Pferden als Partner umgehen und sie für unsere Ziele einnehmen, ohne sie zu unterwerfen.

Nichts erzwingen zu wollen setzt voraus, dass wir unser Denken und Handeln darauf abstimmen, was dem Pferd verständlich ist, indem wir uns an seinen natürlichen Instinkten, Bedürfnissen und Reaktionen orientieren. Die Kunst dabei ist es, die Erziehung und das Training des Pferdes so zu gestalten, dass es seine Würde – in Form von Selbstständigkeit, Mut und Selbstbewusstsein – bewahren kann.

Wir gehen dazu so vor, dass wir unseren Pferden das gewollte Verhalten angenehm machen und das ungewollte Verhalten unbequem. Durch positive Verstärkung – beispielsweise durch Lob und Pausen – erreichen wir, dass unsere Pferde das gewollte Verhalten selbst anstreben. Als Ergebnis ist das gemeinsame Tun dann sowohl für uns Reiter als auch für die Pferde angenehm und sinnvoll.

Die Herausforderungen beim Training sowohl bei der klassischen Dressurausbildung als auch beim „Working Equitation“ sind, die Kommunikation mit dem Pferd stetig zu verbessern. Fest steht, dass man viel lernen kann, wenn man über den Tellerrand der „normalen“ Dressurreiterei hinausschaut. Denn wir können alle viel voneinander lernen – auch in Sachen Haltung und Umgang mit den Pferden.

GUT
Rothenkircherhof

Wir wollen unsere Pferde naturnah und pferdegerecht halten. Zwar können wir den Pferden keine vollständige Freiheit wie in der Natur bieten, aber es kommt dem Ideal schon ziemlich nahe: Mehrere Hektar große Wiesen umrahmen das alte Klostergemäuer und die alte Scheune, die früher als Lager diente und an den langen Seiten offen ist.: Uns ist es sehr wichtig, unsere Pferde „Pferd sein“ zu lassen.
Wir haben unsere Haltungsbedingungen deshalb so gestaltet, dass die Pferde – weitestgehend in einer großen Herde gehalten – maximale Selbstständigkeit durch natürliche Haltung und ausreichend Sozialkontakt haben. Durch unsere Haltungsform werden sie dazu ermuntert – über Stock und Stein oder auf gefrorenem Boden – ihre Trittsicherheit und Balance zu schulen und selbst dafür zu sorgen, Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden. Wir wollen dies unseren Pferden bewusst nicht abnehmen und sie überbehüten, auch wenn sie wertvoll sind.

Offenstall und Auslauf

Wir haben schnell gemerkt, dass diese naturnahe und pferdegerechte Haltungsform ein ganz entscheidender Beitrag zu der von uns angestrebten feinen Reitweise darstellt. Die Pferde sind ausgeglichen, zufrieden sowie jederzeit locker und geschmeidig, weil sie sich rund um die Uhr bewegen können und durch den offenen Stall am Geschehen in ihrer Umwelt beteiligt sind.
Wir sitzen selbst im Winter bei knackiger Kälte auf völlig entspannten Pferden, die nicht im Entferntesten „heiß“ oder „kernig“ sind. Deshalb ist diese Art der Haltung auch für uns Reiter von Vorteil: sie macht das Reiten sicherer.

Erst Heu, dann Heu und zusätzlich Heu

Zum motivierten Pferd gehört ganz eindeutig neben der pferdegerechten Haltung auch die richtige Fütterung. Da wir um die Wichtigkeit ausreichender Heufütterung wissen, haben wir unser Fütterungskonzept so angelegt, dass die Pferde ganztägig Zugang zu Heu oder Gras haben.
Heu ist uns auch deshalb so wichtig, weil haferlastig gefütterte Sportpferde nach unserer Beobachtung heutzutage vermehrt Magengeschwüre bekommen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Pferde stressfrei zu halten beziehungsweise zu arbeiten, und wollen durch die ganztägige Heuvorlage vermeiden, dass die Magenschleimhaut angegriffen werden kann.

Zufriedene Pferde

Ob ein Pferd zufrieden ist oder nicht, entscheidet sich nicht erst nach dem Aufsteigen. Wenn wir als „Bodenpersonal“ das Pferd falsch behandeln, können wir es ebenso frustrieren wie mit einer unfairen Reitweise. Der richtige Umgang mit dem Pferd und die richtige Erziehung sind die Faktoren, die es uns ermöglichen, die Feinabstimmung beim Reiten zu perfektionieren.

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